20120515

Einsamkeit.


"Einsamkeit ist Unabhängigkeit, ich hatte sie mir gewünscht und mir erworben in langen Jahren. Sie war kalt, o ja, sie war aber auch still, wunderbar still und groß wie der kalte stille Raum, in dem die Sterne sich drehen."

- Hermann Hesse, "Der Steppenwolf"

Wir alle wünschen uns, bessere Menschen zu sein, die ihr eigenes Glück entweder durch eigener Hand mühsam schmieden oder zu Zeiten überraschend und fast in aller Zufälligkeit auflesen. Mit großzügigem Vertrauen, zu sich selbst und anderen, in Unabhängigkeit zur Welt und gleichzeitig in ihr verweilend. Ist es nicht das Einsamsein, das uns lehrt, nach Stärke zu streben, bevor man tiefer versinkt? So kalt, und grausam sie auch sein mag, sie kommt an stillen Tagen wie ein hustender Kirchenbesucher. Ich, mich selbst beobachtend, reflektierend, finde dann die vorgeblich heroische Unabhängigkeit, die sich darin verbirgt, doch statt der verkühlten Isolation stehe ich hier, in der großen Menge und sehe ihr nun erneut in die Augen. War die Welt nicht schon immer widersprüchlicher, nahezu irrsinnig, aber dennoch für sich selbst umso logischer? Ein Geschmack mit bitterer Süße zergeht auf der Zunge meiner sprunghaften Gedanken, bevor ich in jene Augen eines Antlitz blicke, die meiner Einsamkeit ein liebevolles Schweigen schenkt.



© mimiroux

20120330

Zwei Wölfe.




„Weißt du, wie ich mich manchmal fühle? Es ist, als ob da zwei Wölfe in meinem Herzen miteinander kämpfen würden. Einer der beiden ist rachsüchtig, aggressiv und grausam. Der andere hingegen ist liebevoll, sanft und mitfühlend. “




„Welcher der beiden wird den Kampf um dein Herz gewinnen?“




„Der Wolf, den ich füttere“.


- E.W.

20120320

don't get attached.



Diese Zeilen drängen barsch in die Ohren, als mein Herz keuchend hustet. Was für eine erbärmliche Situation. Wir scheitern zu oft, an unserem eigenen Wissen geheftet, dass nichts auf ewig hält, auf ewig bleibt und uns ständig eine Muse küsst, die kreativ etwas einflösst, das uns nahezu neurotisch befangen macht. Wir nennen uns dann Narr, der tragische Protagonist, und doch vielmehr könnte man uns als feigen Leichtfuß kennen, der nicht mehr und nicht weniger im eigenen Kopf festsitzt, verscharrt in tölpelhaft scheußlichen Gedanken. Widerwertige Dinger, kann ich nur sagen. Sie sind wie die Kämpfenden Formen, eingepfercht im goldenen Rahmen, der nur schweigen kann und Tränen gießt. Ich höre die Kälte seufzen, fast schon resigniert, als wäre sie fähig, wortlos meine Gemütslage zu lesen. Das Einzige, was wunderbar verhasst und in einer hämischen Haltung auf meiner Schulter sitzt, welches die nagende Beschämtheit aller Wirrnis dieses Abends unbekümmert ein Gläschen Sekt einschenkt, ist das hier: Schwäche.


© mimiroux

20120314

Sonnenmonument.


Die Welt in den Händen betrachtend, während ich hinabspaziere, an Orten mit größeren Monumenten, und lebendig wie der Fluss, der in deinen Augen fließt, weil direkt dahinter sich das Herz versteckt. Ich meine es mit Fantasie, denn sie verführt Gedanken zu malen, die herrlicher sind als ein versaillescher Palast in einer verbotenen Stadt oder impulsiver als das Jet d'eau im arabischen Dschiddah. Man möchte träumen, denn wir hoffen auf eine Realität, die wir fühlen können, abseits der Decke, bedeckt mit verwuscheltem Haar, das sich herzlich lockt und dir zuzwinkert, wenn man zufällig nicht hinschaut. Oft ist es nur eine Hand, ein unmerkliches Lächeln, und manchmal ein Wort, das wir nicht sofort erhaschen. Ein unverhohlenes Herz, hin und wieder nach dem Flüstern der Sterne lauschend, sobald die Sonne schlafen geht.


© mimiroux

Farbenpracht.

Meine Gedanken sind voll von dir, wild und farbenprächtig, dass mein Herz zwei Male mehr springt, als an jenem Morgen, an dem mich ein Herbsttag weckt. Es raschelt der unruhige Ast am Fenster, gleich neben mir, hereinspazierend mit einem Flüstern, das über liebliche Farben singt.


© mimiroux

20120205

Träume und Verschwiegenheit.

Love


Der Klang von einer fremden Stimme, die nach Klaviertasten schmecken. An der Hand streifend, vergleichbar mit einem schüchtern verliebten Mädchen, das sich nicht traut. Atmend wie ein Wind aus sibirischen Lungen, und schlafend wie der müde See an einem Morgen, den ich gestern noch besuchte. Er schlief mit offenen Augen, denn ich sah darin Lichter, die mir eine Geschichte über die Stadt erzählten, so, als könnte man direkt in heimliche Träume blicken. Die Locke, die verspielt vor mir springt, viel eher aus deinen lachenden Gedanken wachsend, als am stummen Kopf. Dabei blieb es eigentlich auch schon, schweigsam mit jeder Silbe, nach denen ich hoffnungsmilde lausche. Wenn ich gewartet hätte, auf langatmige Gefühle und ausdehnende Gedankenströme, stünde ich hier nur mit Worten, die nicht wüssten, was sie gestehen sollten. Vielleicht suche ich nur nach dir, deshalb flüchte ich, wieder und immer wieder. Innerlich verweile ich derweilen in einer gedachten Warteschlange, von der Neugier geflochten und verknotet mit elegant narrischer Verschwiegenheit. Die Lippen seufzen schließlich, die nicht anders können, als die Haut zu fühlen, die sie morgen vermissen werden.


© mimiroux

20120114

Versinken und Ertrinken.

Ich stehe vor leeren Zeilen, gefüllt mit ungedachten Worten, die ausgedacht wurden, um neben meinen Gefühlen zu weilen, schlafend wie ein ruhiger und tröstender Sonntag. Ein bekannter Geschmack klebt auf der Zunge, wie der Überrest einer übersalzenen Suppe vom gestrigen Abend, lediglich etwas zärtlicher. Es ist so einfach im schönen Leichtsinn Fuß zu fassen, selbst an den martervollsten Böden, der mit kantigen Steinen übermantelt ist oder die schmeichelnden Meeresgründe, selbst wenn ihre Tiefe jene Lungen erstickend füllen, die es wagen ganz freimütig zu atmen. Es nennt sich die Unbeschreiblichkeit, die uns unbefangen an alle Orte trägt, und kennt ihre verschwisterte Narrheit, die unser Herz manchmal mehr blind als absichtlich bricht. Während man in Melodien versinkt, an viele alte Spaziergänge erinnernd, die nie wirklich existierten, flechte ich amüsiert einen dünnen Faden aus weinenden Tränen, um meine Torheit lieblos zu strangulieren. Manchmal glaubte ich tatsächlich, ich wüsste, wovon ich womöglich dachte. Ich blicke auf mich selbst, und sehe doch nur die fehlende Einzigartigkeit, wie leere Silben aus jenem Munde, die so schrecklich bequem darüber Wort verlieren. Was einen jetzt noch küsst, ist die Schuld, die man selbst unterschrieben hat. Der wirklich Einsame ist der unendliche Narr. Er versinkt und ertrinkt in seiner törichten Schwäche.


© mimiroux

20111230

...und morgen, flüchte ich einfach nach Paris.


Wenn ein Kapitel in meinem Leben begann, ging sie meist auch eines Nachts schneller zuende, als dass ich auch nur kurzatmig blinzeln könnte. Ich erhoffte mir nichts, sowie ich es nach wie vor nicht tue. Irgendwann hörte ich einfach auf zu rennen, nach etwas zu greifen, das zu weit vor mir lag und in der Ferne unerreichbar verblieb. Auf ewig bleibt letztendlich die Erinnerung, viel zu irrelevant um noch einmal gedacht zu werden. Wenn ich mich also nun entscheiden müsste, zwischen jemanden, der meine Hand hält, und einem anderen der sie loslässt, würde ich mich dazu entschließen, selbst zuerst loszulassen. Ich würde mich dann in Paris verirren und mich unauffindbar machen.


© mimiroux

20111129

Postkarte mit Lieben Grüßen: Dein Herz.


Ich streifte mit den kleinsten Gedanken die lauwarm behellte Passage entlang, fragte mich wieviele Herzen auf dieser Welt schon gebrochen wurden, und wo meins nun verloren ging. Ich könnte schwören, ich hätte es auf den Straßen von Paris wandern sehen, exakte 22 Komma 5317 Meter vom Tour d'Eiffel entfernt! Es sei irgendwann später vergnügt in eine belebte Gasse eingebogen. Dann verlor man jegliche auffindbare Spur. Wenn ich nun vom Katzenjammer sprechen würde, wäre ich nur mehr als sehr beleidigt. Schließlich befand ich mich in einer Stadt, der sich nach Moskau anhörte, wo einem bepelzte Köpfe stumm zunickten und ein duftender Mandelgeruch dezent die Nase grüßte. Der unterkühlte Wind dort kitzelte mich an den rosa Wangen, und der auf russisch denkende Baum steckte mir unbemerkt sein letztes Blatt ins Haar. Ich atmete kaum, und hielt die Luft an. Vielleicht war ich einfach auf naive Art neugierig, ob ich auch tatsächlich in jedem Moment tot umfallen würde. Ich werde es wohl niemals erfahren. Denn in diesem blinzelnden Augenblick kam mir der grotesk lächelnde Postbote aus der Haustür entgegen, ohrfeigte mich galant, und drückte mir eine Postkarte in die Hände. Sie kam aus der westlichen Hemisphäre, riechend nach Croissants und wärmeren Temperaturen. Schnappend nach Luft, drehte ich das Bild des Eiffelturms um: 


"Verreist bin ich. Es geht um die ganze Welt, weit weit weg. Kümmere dich gut um dein Hirn. Auf Nimmerwiedersehen. Dein Herz." 

Ich wollte kurz auflachen, aber meine Augenfalten waren schneller. Deshalb schmunzelte der Mund nur und ich knickte die Karte zusammen. Dann wurde mir auf einmal klar: Wenn jeder Weg dir noch so weit erschien, hattest du vielleicht einfach nie ein wahres Ziel vor Augen.



© mimiroux

20111120

Herbsttanz.

Wie soll man nur im kühlen Herbst tanzen? Mein Kleid ist dafür viel zu kurz geraten, und mein Herz fürwahr resigniert, auf beklagenswerte Art, wie mir zu Ohren schlich. Wie edel auf einmal solche Worte sich so reizend präsentieren, aus deinem Munde klingt es wunderbar närrisch, ohne authentische Konnotation. Sie hängen bloß lasch an der Angel, die mehrdeutig zu oft ausgeworfen wurde. Die narzisstische Freude daran ist kaum verwunderlich noch bewundernswert. Anspruchslos belächle ich also dieses Treiben des üblichen Geplänkels, zu ridikülen Liebeleien neigend, von der ich im Grunde herzlich mehr und weniger verstehe, als mir je lieb ist. Ist das Ganze nicht ein seltsames Spiel? Wirft man einen Blick auf die kleine Erinnerung, wird man nur feststellen, dass sie schon wieder ein Jahr älter geworden ist. Ich folge dir heute nicht, auch nicht morgen - stattdessen hoffe ich, dass du einen Gedanken an mich für den übermorgen aufhebst. Ein Herz auf der Hand, mein Kopf in der Hosentasche, stattdessen viel Farbe und Fantasie an jedem Morgen.




© mimiroux


20111029

Adieu Welt.

Wundervoll. Diese vielen, vielen Gesichter schon am Morgen. Aber warum beschwere ich mich? Während ich hier in einem komischen Loch befinde namens krea-tief, nicht wirklich wissend was das jetzt bedeuten mag, krame ich ein verstaubtes altes Lied aus meinem Schrank hervor, das sich prompt wieder fest in meinem Kopf einnistet. Listig, diese Dinger, aber man fühlt sich gut dabei. Bin ich eigentlich wieder in eine kleine Rolle geschlüpft? Für mich war sie immer etwas größeres, aber irgendwann doch "old fashioned". Heutzutage geht es ja mit anderen Dingen zu. Anstatt sich die verliebten Gefühle gedankenzerbrechend zurechtzulegen, liegt man einfach nachts im Bett und hört auf dem Handy bedingt rauschfreies Radio. Man hüpft sich durch die vielen Kanäle durch bis entweder ein guter Oldie Song in den Ohren tanzt, irgendwelche Instrumentalisten namens René Oswald verkündet werden, am Thema Schuldenkrise und Co. stundenlang gelutscht, oder den Nachtlauscher selbstgeschriebene Prosa mit dem übergreifenden Titel "Texte aus der goldenen Feder des Chefs: Scheiß auf Schiller - Wosch liest Wosch" präsentiert wird, nachts um halb 1 Uhr. Irgendwann bin ich dann doch eingeschlafen und nun sitze ich hier und höre wieder einmal dieses Lied. Aber die Sonne vermisst mich schon. Und ich vermisse einige Leute da draußen in der Wildnis und Stadtgewimmel. Adieu Welt! 


© mimiroux

20111022

Zirkus der jonglierenden Synapsen.


Eu Amo Gatos - Fotos da linha do tempo | via FacebookElegant sein, mit aller Heiterkeit und durchaus mehr Leichtigkeit im Herzen, will einem nicht immer ganz gelingen, allemal! Die Hitze des vielen Denkens macht uns müde, Gedanken nur schwitzen lassend. Manchmal eher rauchend würde ich meinen. Der reinste Zirkus der jonglierenden Synapsen! Wer sagt, dass ich den Eintritt bezahlen wollte? Mein Kopf spricht fließender français, als mein Herz je auf el castellano dichten könnte! Schicke Einladungen sind mir sowieso ein bekanntes Rätsel, wer soll denn bitte mein Kater in dieser Zeit füttern? Wahrlich amüsant malt die Ironie uns einen kleinen Streich auf die Nasenspitze, resolut kunterbunt, was an Aberwitz kaum vermisst, beglückwünscht vom zierdehaften Paradoxon. Schließlich verratet mir ein kurzer Blickfang meiner kantischen Vernunft, wie unbeholfen und gleichzeitig standhaft man in dieser Welt stehen kann.



© mimiroux



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"Es ist leicht, in der Welt zu leben, nach der Meinung der Welt; es ist leicht, nach der eigenen zu leben in der Einsamkeit; aber der große Mensch ist der, der mit perfekter Süße mitten in der Menge die Unabhängigkeit der Einsamkeit bewahrt."

- Ralph Waldo Emerson (Essays and Poems)


20111010

Verwelkte Herzensrisse.

Eine kleine Last fällt herab, wie ein Haar, das sich von einer Pracht löst und im Stillen an einem verlorenen Ort verwelkt. Vergleichbar ists mit einem Gedanken, der von einer Vergessenheit getilgt wird, während sein Gefühl im Inneren tief nistet. So zaghaft zärtlich die Fragmente der Traurigkeit selbst in die kleinsten Fingerspitzen schlüpfen. Wir jagen vermeintlichen Vorstellungen nach, maskiert in den schönsten Erinnerungen, kurzatmig wie der rote Herbst. Dann sind es aufrichtige Worte, die ein leeres Herz füllen, wo die Schwermut zuvor noch ein Mieter war. Was wir geben, sei es nun verpackt in Geste oder Wortgefüge, ist gleichsam kostbar, wie das, was wir bekommen. Wem ein Lächeln gebührt, ist gewiss eine Sache, die jedem selbst als Frage mit einer vernünftigen und sowohl herzlichen Antwort zu bekleiden ist. Wo einem das Herz ein klein wenig zerbrochen wird, so findet man doch stets ein anderes, das einem die Risse füllt.






© mimiroux


"Liebe, die von Herzen liebt, ist am reichsten, wenn sie gibt." - Emanuel Geibel

(Gewidmet an Ngoc Han Chau und an diejenigen, die bei mir sind.)

20111005

Abschied.

FOLLOW ME I FOLLOW BACK GUYS <3






Ich habs entdeckt. Gesehen, in deinen geschlossenen Augen, als du so neben mir lagst und ruhig geatmet hast. Die Tatsache lag in meiner Hand, dein Herz verweilte schon längst woanders, und der stille Abschied schlief direkt in unseren Träumen.


© mimiroux

20111002

Schallplatten über treue Herzen.


Es passiert mal, wie es kommt und geht: Man verliert sich ein klein wenig selbst in jenen kurzatmigen Momenten, wenn das Herz schon längst auf der Vermissten-Anzeige abgedruckt ist. Wie oft lächelt einem dann die Frage ins Gesicht: Was wollen wir wirklich? Was bist du eigentlich für ein Mensch? Wer bist Du? Wir wünschen uns doch hin und wieder vieles, was man jedoch tatsächlich nach Hause geliefert bekommt - ganz persönlich vom Postboten der Firma "Realität GmbH" - sind schön verpackte Tatsachen, unverständliche Erlebnisse und ein paar alte Socken.





Wenn ich meine an der Wand hängenden Schallplatten betrachte, während die Gedanken eine nachdenkliche Runde gehen, wünsche ich mir, man könnte elegant und charmant Situationen aus dem eigenem Leben mit einem neuen Lied überspielen. So musiziert das Leben aber nun mal nicht. Eine von Handeln, Denken und Erfahrungen bedruckte Spur lassen wir hinter uns, wie wenn eine Saphirnadel eines Plattenspielers musikalisch über die Rillen spaziert. Eingraviert, irreversibel und beschränkt abänderbar.



Was wir uns letztenendes in Wirklichkeit wünschen, ist in vielerlei Hinsicht das tiefherzige Glück und die eigene, bescheidene Zufriedenheit mit der Welt. Wir leben wohl nur einmal, und wir sind nur dieses eine Mal wir selbst. Zu schätzen wissen, was wir bekommen. Die unumkehrbaren Tatsachen und menschlichen Fehlern zu akzeptieren. Sich selbst am herzlichsten zu bewahren, wie auch die Menschen um dich herum. 

Wir leben, wir denken, wir handeln, wir lieben, wir vermissen, wir weinen, wir lachen, und wir wagen es nicht zu bereuen. Wir sind, wie wir nun mal sind und gehen weiter, unserem Herzen treu und mit der Liebe zur Welt in der rechten Brusttasche.


© mimiroux

20110918

Ein Herz, das laut denkt.


Ein Herz denkt eigenständiger als manch einer vielleicht vermuten mag. Die Spielerei mit vielerlei Gedanken, versunken in das Lied eines Mittagsregens, während wir uns eine verlorene Strähne aus dem Gesicht fischen. Wie viel kann man durchschauen? Sei es ein einzelnes Gefühl, eine ganze Persönlichkeit oder ein einzig gesagter Satz. Dann wollen wir alle doch nur ein bisschen aus unserer eigenen Haut heraus. Mir entrückt ein kleines Lächeln. Ich erinnere mich an ähnliche Worte eines Freundes, die mir durch den Kopf spazieren: Wir können uns die Welt noch so schön ausmalen, wie es uns beliebt. Doch wir werden sie erst verstehen, wenn wir ihre Tatsachen akzeptieren. Regentropfen am Fenster schmunzeln mich nostalgisch an, erzählen mir von Trübsal und kleinen Sehnsüchten, während die Welt dabei ein wenig ungerechter wirkt. Selbst der warme Tee schmeckt auf einmal tröstlich und mein Shirt habe ich auch schon zerschnitten. Ich wundere mich. Dinge, die wir vergessen haben, werden hin und wieder von einem Traum aufgegriffen. Entlaufen ins trübe Bewusstsein, zeigen sie wohl das, was wir im Grunde unbemerkt vermissen. Der kalte Wind schmeichelt meiner Wange. Der Regen flüstert leise in den Nachmittag hinein. Erst jetzt bemerke ich: Es ist ein Herz, das nachts laut denkt.





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20110912

Holly.

Breakfast at Tiffany's | via Tumblr

Wenn ich mich wieder einmal wie eine Holly aus Breakfast at Tiffany's fühle, frage ich mich, wann ein rebellierendes Herz anfängt ein wenig vernünftiger zu denken. Aber vielleicht ist es das was wir lernen müssen, wenn wir erwachsen werden, dass wir nichts auf ewig festhalten können.



© mimiroux

20110905

Tea leaf.



"Your scent is soothing like mint,
carried to me by a breeze of wind
A smile, as gentle as camomile,
show it more often once in a while.
When I catch a cold you're my lemon plus Honey
You can make the most rainy days sunny
In hot summer a tall glass of iced tea.
Exactly what I want and need.
Never ask me again which type of tea you are.
Every answer is not near but far.
Because you can never be found like one of a kind;
The tea leaf in my cup of life."

- Bach Le Duc
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Ein so herzliches und freundschaftliches Gemüt! Eine die mir Freude schenkt, ein Lächeln ganz dezent zaubert, und ein sowohl achtsames Gehör als auch mit gutherzigem Rat umgarnte Stimme besitzend, für alle trübseligen Momente. Und trotz der charmanten Sinnfreiheit und fiesen Absurditäten, ebenso des Widersinns ein solch "vampirisches Geschöpf" mit einer allzu launenhaften und für mich selbst unliebsamen Art zu ertragen, kann ich diesen Menschen wohl doch nur sehr gern ins Herz schließen!smile emoticon heart emoticon (Für einen sehr lieben Freund.)

20110904

Junge Damen und die Liebe.


Ein bewölkter Tag. Aussicht auf Regen. Mit der letzten gemütlichen Tasse heißem Kaffee, ein letzter Schluck, kein zweiter wird mir vergönnt sein. Das Jane Austen-Buch wird zur Seite geschoben, die letzte Passage rief herzlichst ein Amusement in mir hervor, ich schmunzelnd darüber:



"Denn falls es wahr sein sollte, was ein berühmter Schriftsteller behauptet hat, nämlich daß es keiner jungen Dame zusteht, sich zu verlieben, ehe der Herr ihr seine Liebe erklärt hat, dann muß es sehr unpassend sein, wenn eine junge Dame von einem Herr träumt, bevor feststeht, ob der Herr zuerst von ihr geträumt hat."


Wohl wahr, denkt nicht jedes weibliche Geschöpf mit dieser beinahe ausnahmslosen Logik, sei es mehr oder minder auch nur ein Vorwand, um ein unausgesprochenes Zugeständnis elegant zu verstecken?

Ich empfehle mich für den heutigen Nachmittag, mit der charmanten Audrey Hepburn, leckerem Chai Tea, und tiefgründigen wie sinnfreien Gespräche über Gott, die Welt und die unausstehliche Liebe 




© mimiroux

20110903

Unberührte Gefühle.


Es war das erste Mal, dass ich diesen mir noch unbekannten Weg entlanglief, aber das Gefühl der Nostalgie flüsterte mir anderes zu. Die kalte Luft schlug mir sanft ins Gesicht, mich frierte es jedoch kaum. Ich dachte über die alten Zeiten, und über das jetzt der vielen Momente nach. Einiges veränderte sich, manchmal mit nur einem gefühlten Augenaufschlag, schneller, als man genau hinschauen konnte. Doch mein Herz blieb gleich, das Gefühl unberührt, in dieser kleinen Welt. Würde man jemanden glauben, wenn er dem anderen sagen würde, dass man ihn vermisst, wenn er nicht mehr da wäre? Ich könnte wohl genauso mit einer Wand reden - über alles, was mein Herz erdrückt - doch niemals wäre es dasselbe wie mit einer Herzensperson. Manchmal fühle ich, dass unser Lachen immer noch gleich geblieben ist, herzlich und ehrlich wie der gestrige Tag. Selbst wenn Umstände uns trennen mögen, ich werde immer nach deinen Worten lauschen, das Gefühl in mein Herz legen und dankbar dafür sein, deine Hand gehalten zu haben. Wenn wir uns wiedersehen, werde ich dich in meine Arme schließen, ganz fest, und den Moment in meinen Händen halten, solange ich kann. Denn unsere Wege sind noch lang, wenn auch nicht unendlich, und für immer.




© mimiroux