Thanks, Rocky.
© mimiroux
Ich habs einmal gesehen, mehrmals gespürt, als wäre es das große Verliebtsein - immer, abermals und immer wieder. So beginnt nun mal eine Geschichte. Ein befremdliches aufwärts und abwärts, das mich mehr Nerven kostet, als vorhanden sein sollte, um jegliche Sehnsüchtigkeit zu verstehen. Vielleicht sind meine Gedanken auch viel zu verspielt, bei jedem Lächeln erpicht darauf, deine Reaktion zu sehen. All das Gewinnen, würd' ich fürs Verlieren setzen! Und doch bin ich zu sehr ins mutlose geraten, um das ehrliche Spiel zu wagen, das zu heiß, zu behaftet an sentimentale Touren ist, und einer feinen Maniküre nur klagend schadet. An falschem Glück mangelt es mir nicht, mein Blick an deinem hängend, ohne falsche Hoffnung auf die falsche Miene zu setzen. Ich finde es immerhin witzig, so tüchtig süchtig es einen auch macht. Galant lässt man sich deliziös andere Worte auf der Lippe zergehen mit fehlendem Gewissen fürs Ungewisse. Niemand möchte wohl gekränkt sein, aber mein Herz verließ mich, ganz hochnäsig und ohne viel Empathie für mein armes Leib, noch weniger für jener fremden Hoffnung, die warme Bekanntschaft zu machen. Man hat es sich verwettet, und ohne zu merken, mache auch ich mich innerlich davon.
Die Distanziertheit schlägt ihr wie ein erbarmungslos kalter Wind ins Gesicht. Dabei wurde ihr nicht einmal wirklich kalt. Das weiße Kleid rutscht, so wie etwas Warmes in ihr drin, wohl schon in der Magenhöhle umher baumelnd. Es pocht hart, wie ihr Kopf, gefüllt mit unzählbar unbändigen Worten. Sie seufzt, und erhofft sich still in dezenter Heimlichkeit, doch etwas zu erkalten, zumindest äußerlich. Am liebsten hätte sie ihre Jacke ganz ausgezogen, gegen den harten Boden geschmissen, und wäre nur sehr gern der anbrechenden Nacht gefolgt. Die Haare zerwühlend, den Blick zur Seite geneigt, fühlt sie, wie ihre Schuhe zur Seite knicken. Eine ablehnende Antwort auf diese Idee, ersichtlich. Indessen wünschen sich die Haarspitzen etwas heller zu sein, und sie schüttelt mit einem scheinbaren Schmunzeln, der keiner sein könnte, den Kopf. Abschied liegt in der Luft, und sie fragt sich, wie viel Courage sie schon verlassen hat. Mit der Tür, der vor ihrer Nase zuschlug. Neben ihr die halb vergessenen Momente, als die Torheit noch größer zu sein schien, während jede Verbundenheit mit nassem Trotz vergraben wurde und jene Leere den Hals hinabwanderten. Den halbherzigen Fragen dann zu entgehen, das Lächeln ins Gesicht klebend. Die Nacht sitzt ihr aber noch auf den Schultern, während der Schatten pfeifend auf ihrem Nacken hockt. Sie, wartend auf die ersten frühen Funken, die ihr etwas Erleichterung bringen würden. Funken, wie zersprengte Diamanten.
Es war, als würd' ichs ganz und nimmer wahr haben wollen! Welch frühe Stund', kein Äuglein im tiefen Schlaf, mir schlottert schon der kleine Zeh! Stattdessen hör ich die sanft tänzelnde Klaviermelodie, im ersten Stock, gleich die Tür rechts, wenn ich an dich denke. Oder war das nur Vogelgezwitscher, das aufgeregt durch das Fenster schleicht? Manchmal klingt es wie ein hellwaches Flüstern, mit Worten versehen, die eine zärtliche Hingezogenheit weckt. Es ist so herzlich wahr, dass ich in Augenblicken mit liebevollen Verlockungen bleiben möcht', doch es zieht hier oben ein unfreundliches Brummen auf, sodass ich fast glaube, es sei der plötzlich schmerzende Kopf. Man neigt leicht dazu, es engherzig zu sehen, und schluckt man die paar Tränen, steht die Unverzagtheit wieder auf ihren Füßen. Das Gefühl lässt uns fühlen, wo reden zu viele Worte präsentieren; herzlicher, wie als würden wir uns an den Händen halten und mit Blicken küssen.