20110330

Zweisamkeit.





Ein ruhiger Atem liegt auf der wiegenden Brust. 

Mit geschlossenen Augen vernahm man die kleinen, aufrichtigen Geständnisse über eine unausgesprochene Zweisamkeit.

Das Streifen deiner und meiner Hände, als flüsterte man einander heimlich vertraute Worte zu.

Duftende Aprikose streichelt das Haar und lässt schmunzelnd an die alten Tage der Gemeinsamkeit erinnern.

Dein Blick spaziert über meine Haarspitzen entlang, mein Finger mit Behutsamkeit auf deiner Haut. 

Meine Hände seien kalt, sagtest du einmal zu mir, neckisch. 

Der Kopf ist leicht geneigt, als ich dich ansehe, jede winzige Einzelheit wurde in verstohlenen Blicken aufgefangen. 

Deine Antwort, ein schweigendes Lächeln, mich abermals um Worte beraubend.

Sanfte Sonnenlichter der Dämmerung umschmeicheln dein Gesicht, während du der kalten Hand einen warmen Kuss zuhauchst.

Nur du und ich, wir Zwei, als wäre die restliche Welt unglaublich fern, doch die an uns vorbei spazierenden Wolken waren zum Greifen nah.

Lauschend der geliebten Stimme, folgen die stillen Gedanken im tänzerischen Schritt.

Wir hielten den Moment in unseren Händen, fast schon wie verzaubert wurde es von einer augenblicklichen Ewigkeit geprägt, doch zugleich endete jede Minute, jede Sekunde mit einem Atemzug in einer vergänglichen Erinnerung.

Und ohne es zu bemerken, höre ich jenes stumme Lied, das uns in späten Gedanken umspielen wird, eine sanfte Unvergesslichkeit.

Das zärtlich pianistische Lied über die Zweisamkeit.



© mimiroux


_____________

"We sit silently and watch the world around us. This has taken a lifetime to learn. It seems only the old are able to sit next to one another and not say anything and still feel content. The young, brash and impatient, must always break the silence. It is a waste, for silence is pure. Silence is holy. It draws people together because only those who are comfortable with each other can sit without speaking. This is the great paradox."

— Nicholas Sparks (The Notebook)


20110315

Affenzirkus.



Es ist der reinste Affenzirkus! Wie wahrlich amüsant die Ironie eine kleine Welt bemalt, resolut kunterbunt, was an Aberwitz kaum vermisst, beglückwünscht von zierdehaften Aphorismen. Wer sagt, dass ich den Eintritt bezahlen würde? Mein Kopf spricht fließender français, als mein Herz je auf el castellano dichten konnte! Schicke Einladungen sind mir sowieso ein bekanntes Rätsel, wer soll denn bitte mein Kater füttern?



© mimiroux

20110314

Niemandem.



Ich sagte, ich würde bleiben, doch all das war nur erfunden. Als würde man erahnen wohin Gedanken entlaufen, vermag ich eher Worten zu lauschen. Warum ziehst du mich nur mit? Eine Flasche gefüllt mit scheuer Lethargie schmeckt nur höhnisch bitter, von vermeintlicher Liebenswürdigkeit keine geschmackliche Spur. Verdenke dich nicht in falsche Angeblichkeiten, an meiner Hand wirst du dich lediglich verlodern. Und Asche stinkt, das sei erwähnt, reine Nebensächlichkeit. Dein leises Flüstern habe ich nicht gehört! Vielleicht wollte ich das auch nicht. Dein Anlitz erzählt mir keineswegs abenteuerliche Geschichten, alle Aufmerksamkeit ist geschnürt, gefesselt wie in einem dicken Buch, vor viel irrer Fantasie und Fiktion zerlaufend. Wie verwunderlich offensichtlich, mir braucht niemand eine bekannte Visage zu zeigen. Ein Blick wird in aller Angeblichkeit viel erbeuten können, nichts als der Aberwitz präsentiert lachend seine verschmitzte Ironie. Was für eine eloquente Maske! Ich bin wahrlich entrüstet. Es ist eine wahre Lüge, denn wir gehören Niemandem. Ich gehöre Niemandem, genauso wenig wie du. Der nächste Zug wartet schon, der Sonne entgegen, verweile ich dennoch ein kleine Weile, bevor es mich sehnsüchtet, fort von hier.




© mimiroux

20110218

Handstand.


Weird


... und wieder Mal schien mein Herz einen Handstand zu machen! Reichte es nicht allemal, dass der Boden unter mir wie wild hüpfte? Nur wusste ich nicht, wer dieser Unbekannte war, bewaffnet mit glänzendem Schweiß über dem Nabel hängend, doch sein breites Lächeln verriet wirklich alles! Die Welt ist verrückt, wieder einmal?


Wir werden es wohl nie erfahren.




© mimiroux

20110207

Ich.


Ich habe keine Angst, ich selbst zu sein! Warum denn auch, es gibt auf dieser kleinen Welt (das doch tatsächlich immer wieder einem kleinen Dorfe gleicht!) unzählige Menschen, unzählige "andere". Ich würde doch nur untergehen in diesem Sumpf, wenn ich hoffnungsvoll, in aller Pracht des Selbstmitleids, sagen würde: "Ich wünschte doch, ich wäre jemand anderes!" Und ich würde wahrscheinlich dazu noch kläglich ertrinken - soviel zum Bemitleiden - ich habe ja nie behauptet ein guter Schwimmer zu sein. Wäre das nicht freilich traurig? Die Zeit vergeht sowieso im Nu, schneller als man es sich vorzustellen wagt. Warum sollte man sie nicht nutzen, um so zu sein wie man ist? Wahrhaftig, dich gibts doch wirklich nur einmal!




© mimiroux

20110130

Wunsch einer Kamelie.



Was ist bittersüßer als der Geschmack einer verwelkenden Kamelie; sie hing an meinem Tagtraum und erstickte an der farbfröhlichen Illusion. Mein wildes Haar ist ein sprachlose Geschichte, rebellische Gedanken verknotet in dieser Wirrnis. Hast du nicht schon einmal den kleinen Wunsch verspürt, die Sterne mit behutsamen Fingerspitzen antippen zu können? Man vermag zu hoffen die Welt wäre des Lebens inspirativer Augenaufschlag, doch des Wesens Herzen halten wir in unseren eigenen Händen. Ich lausche jener stillen Momente nach, die eine kleine, verzauberte Fantasie verbergen.




© mimiroux

20110108

Lächeln.

Erinnerst du dich an die lieblichen Worte, die uns der Herbst einst zuflüsterte? Es ist eine Unmöglichkeit alles über den anderen Menschen zu entdecken, doch mag es nur ein amüsantes Rätsel sein. Lächel für die Welt, dann lächelst du auch ein klein wenig für mich, sowie ich für dich, und ein klein wenig für die Welt.





© mimiroux

20110107

Zierliche Hoffnung.


Photo: All die Zeit der Welt trägst du in deinen Händen. Wohin führt der Weg? Unter den Himmel unzähliger Sterne möchte ich leben, möchte ich vollkommen lebendig sein, möchte ich des Lebens sanfte Art berühren. Der kleine Wunsch, sich federleicht zu fühlen. Der große Drang, nach dir zu suchen, in jeder nostalgischen Nacht, an jenen Orten verweilen, so unbekannt wie der verfremdliche Name selbst. Und ich sage dir, ich höre den Wind behaglich unser Lied summen. Es gibt hin und wieder ein trauriges Spiel, doch es wird immer ein Fröhlicheres darauf folgen, ganz im tänzerischen Schleichgang. Lass also meine Hand nicht los, denn auch ich weiß nicht, was der nächste Augenaufschlag verbirgt. Leise haucht mein Atem eine zierliche Hoffnung aus.

© mimiroux


All die Zeit der Welt trägst du in deinen Händen. Wohin führt der Weg? Unter den Himmel unzähliger Sterne möchte ich leben, möchte ich vollkommen lebendig sein, möchte ich des Lebens sanfte Art berühren. Der kleine Wunsch, sich federleicht zu fühlen. Der große Drang, nach dir zu suchen, in jeder nostalgischen Nacht, an jenen Orten verweilen, so unbekannt wie der verfremdlichende Name selbst. Und ich sage dir, ich höre den Wind behaglich unser Lied summen. Es gibt hin und wieder ein trauriges Spiel, doch es wird immer ein Fröhlicheres darauf folgen, ganz im tänzerischen Schleichgang. Lass also meine Hand nicht los, denn auch ich weiß nicht, was der nächste Augenaufschlag verbirgt. Leise haucht mein Atem eine zierliche Hoffnung aus.




© mimiroux

20110106

Hoffnung.


Hoffnung. Du bist und warst immerzu mein liebster Freund. Wenn ich voller Glück strahlte und lachte, nahm ich deine Hand, in Gedanken hast du mir die Ewigkeit des Augenblickes gewünscht. Als ich von der Traurigkeit ergriffen wurde, hieltest du mich in deinen Armen, es waren die Worte des Trosts, die du zu mir sprachst. Oft schlüpfte ich in die Rolle der Unwissenden, dann hast du mir in die geschlossenen Augen geblickt und mit mir gebetet. All die verborgenen Ängste wichen von mir. Und selbst wenn am Ende nur noch eine Spur von Enttäuschung zurückblieb, flüsterte eine sanfte Stimme, zeigte mir einen neuen Weg der Hoffnung. Viele Dinge begreifen wir nicht, unsere Gedanken mögen machtlos sein, zermürbt. Die plagende Frage nach 'Warum?' eine herzerdrückende Last. Wir können nur beten. Wir hoffen...




© mimiroux

20101203

Kurios.


Cat and cute



Die Welt kann eine kleine Kuriosität sein, die für sich selbst spricht, denn kleiner und sonderbarer kommt es einem mehr vor als weniger, falls man denn Blick etwas schiefer neigt.


© mimiroux

20101123

Entzückend Rücksichtslos.


Sag, was hast du in deinem verspulten Kopf zu verbergen? Ein Wirbel voller Unfug? Ich bin doch daran gewohnt, du Dümmerchen, und es widert mich an, Entschuldige. All diese Gedanken kleben an meiner Haut, an dem rebellierenden Körper. Die kalten Worte zwirbeln an meiner Seele, drehen sie, drehen, ziehen, drehen, zerren, töten mich - "nicht wirklich". Ich lache, wohl blind und wohl 
Just Yas.wissentlich, was all diese Gestalten von mir wollen und doch verstehe ich die unartikulierte Sprache nicht, die lärmend an meiner Tür klopft. Das Feuer scheint züngelnd in mir zu ersaufen, doch aus keinem noch so tiefen Meer vermag ich die warme Ruhe zu schöpfen. In den Händen halte ich diese kalte Gelassenheit, schmiere und male sie mir in vermischtem rotgelb, bis sie auch von den letzten Haarspitzen runtertropfen. Ich bin doch nur ein Mädchen, verstehst du das nicht? Ich bin wie die, die kleine Lichter auffangen will, des Kunstwerks Formen in eigener interpretativer Nuance abbilden möchte, ein neckischer Prinzessinnen-Wunsch. Die, die so ist in ihrer unwillkürlichen Willkür, unkonventionell altmodisch, ohne bedeutsames Gehör für all das Gerede. Imperfektion, ich scheue dich nicht. Warum schmeckt die gepflegte Lethargie so pathetisch? Ich bitte dich. Wir sind doch alle nur Figuren, Helden, Anti-Helden, Witzfiguren, protagonistische Antagonisten, das Stück tanzt zwischen unserer persönlichen Himmel und Hölle. Fragt sich nur, ob Optimismus dir deine Flügel schenkt. Die Nacht fühlt sich zu kalt an, für mich ist das kein Ort zum Fliegen, spazierend durch die spärlich belichteten Straßen, fühle ich mich wie eine schwarze Katze. Soloistisch, aber nein, nicht ganz. Gleichen tue ich dir wenig, hast du es nicht auch schon bemerkt? Ein wenig verschwenderisch, hochherzig ohne Zweifel, überaus unverdient - verzeihe mir nicht. Ich weiß, welche Stimmen mich gelehrt haben, kein naiver Blindgänger zu sein, ihre Lieder begleiten mich noch immer. Selbst eine prachtvolle Frucht, man bewundert ihre farbliche Schönheit noch so sehr, doch des wahrhaftigen "Pudels Kern" vermag man weder zu sehen noch gar groß zu erahnen. Du bist kein herrlicher Titan, noch bin ich dein teuflisches Mädchen, bin ichs? Geschmacklos ist der Apfel, der andere, der eine, der und der Apfel ist geschmacklos. Das Einzige was meine Augen wohl erhaschen ist das hübsche, pechschwarze Dilemma, ein kleines süßes Wirrsal für den gedanklichen Gaumen als Genuss. Ich grüße Sie doch sehr, Mr. Kafkaesk! Kalter Winter, du, der mich an verwelkte Geschichten erinnerst, kalt. Herzensmenschen halte ich die aufrichtige Wärme entgegen, weder bin ich gänzlich halbleer, noch halbvoll davon. Ich lache für euch, all meine Lächeln, die ich in meinem Herzen trage, keinem anderen mag es auch nur annähernd mehr gebührt sein. Nacht, doch heimlich küsst mich der bittersüße Klang, der nur meinen Ohren zuflüstert. Ein leiser Schlaf wird die tränenüberzogenen Sterne vertreiben, die Kälte liebkost sanft, bevor ich kurz vergesse, was mich so traf. Gute Nacht, kleiner Narr.


© mimiroux

_________


"I know I messed with your mind, and wasted all your precious time, the more I try, the more I find that. And all the things you've said, made it harder to breathe. [...]
And [I] cried, the fire just died. [...] It's gone forever. And where we stand tonight, it's where we stand tonight, so far from never. So far from never."


(Lyrics from The Pretty Reckless - "So Far From Never")

20101122

Crying Fox.

Der anhaltende Regen dieser lieblosen Nacht klopft ans Fenster, um stille Anteilnahme zu verkünden. Die Augenlider fühlen sich schwer, klamme Kälte haftet an ihren Fingerspitzen, sanft und nahezu schmerzvoll entgleitet ihr die Wärme ins klare Nichts. Worte verschlafen in der Schweigensamkeit, nur des Herzens Laster wird mit dunkler Augenfarbe gemalt. Bitte nicht um Eintritt, lieber Regen, denn meine Angst vor der grüßenden Einsamkeit ist keines Gefühls Gespinnst. Oft schon trug der immer wiederkehrende Wind meine Gedanken an dieselben Orte, und ließ sie kümmerlich und grausam in Leid ertrinken. Der langsame tod streift durch ihre Brust, der Atem allmählich zum flüsternden Hauch abklingt. Nichts und wieder Nichts, schleichend in einem ewigen Kreis der Endlosschleife, es frisst ihr Inneres mit unbändiger Gier. Es heißt eine unausgesprochene Flucht, doch kalte Mauern vermag man niemals mit Stummheit zu überwinden, friedlos irrt ihr Herz. Einen kleinen Platz auf dieser Erde suche ich, um mich im sanften Schlaf zu legen, während der Fuchs in der Ferne weint, fort von allem und von nichts. Es regnet...


© mimiroux

20101120

Route 66.



Sag doch mal, habe ich deinen Zug verpasst? Er schien es wohl recht eilig zu haben, so rasant, wie er an mir vorbeirauschte und ich nun allein mit weggewehten Hut hier stehe. Ein Ort, eine Umgebung, und ein Nirgendwo. Doch meist ist es der zweite Blick, der einen erkennen lässt, dass einem vieles vertrauter vorkommt, als man es zuvor fühlte. Kleines Déjà-Vu, baby. Die Route 66 liegt vor mir, meine Schritte sind die der neckenden Guitarren-Akkorde, ich suche alles und nichts. Lauschend den Geschichten, die mir die kleinen Straßenlichter malen, meinen Koffer schwinge ich zur taktvollen Farbnuance mit. Ein kleines Kätzchen flüstert mir zu, im tapsenden Pfotengang, welch ein bittersüßes Geständnis! Ich lüge nicht, wenn ich sage, dass mein Herz noch ganz ist und mein Kopf mit voller kleinen Sternen gefüllt ist. Wo steckt die Ironie dabei? Man vermag sie kaum von der tiefblauen Nacht unterscheiden, ich denke nicht, das die Trostlosigkeit sich zu sehr verspielt. Weniger das Klopfen meines Herzens Lust, mehr das alte Lied von früher, summt in meinen Ohren. Mitten im Leben, mit losgelassener Hand, mein roter Schirm als Begleiter, laufe ich im Regen die Route 66 entlang. Wo bist du, und wer bin ich? Das Schauspiel treibt sich dramatisch rum, wie ein schleichender Kater durch die Gassen von Bourbon. Ich frage mich, ob man in einer solchen Nacht nicht einsam wird, man werde sich sicherlich an Jack erinnern - ach, streifende Gedanken, ich beklage mich nicht. Nur noch ein letztes Mal, denn morgen wird kaum ein anderer Tag sein. Gute Nacht, Route 66!


© mimiroux

20101102

Eigenbild.

‎"Sie starrte, in die stummen Augen und auf die gehoben Mundwinkeln, das Gesicht markant wie Stein und weiß, fast wie reine Schneeflocken. Es war, als wolle das Bild, sie auffressen. Dabei war das ein so schönes Lächeln, in einer strengen Form, eine kleine Perfektion. Ihr Herz sank zu Boden."


Ich sah das Licht, ganz klein und unscheinbar, am Himmel hängen. Es war nur eines unter vielen, die Unendlichkeit erschien wie ein anhaltender Atemzug, wenn man zu ihnen aufsah. Wie entzückend grausam die Welt doch wirklich sein kann, dass selbst die tragik-komödische Lethargie einem schwer fällt, dabei sollte ich doch nicht über den Tellerrand schauen. Die Welt ist so schon klein genug, dass einem von selbst die Leute entgegenkommen, mit Melonenhut und Krawatte, ach, wie fein. Meinen Hut habe ich neulich erst verloren.

Hinauszurennen in die Nacht; durch den Herzens Ruf wirst du mich finden, doch ich werde keineswegs warten. Denn mein Wunsch ist es zu fliegen, hinfort, mit Leichtfüßigkeit den Sternen zu folgen. Du kennst schließlich nur meinen Namen, doch meine Geschichte kennst du nicht. Jede Zeile, die ich atme, ist ein verstecktes Bild für deine Augen, denn diese sehen nur das, was der Kopf zu verstehen vermag. Abgeblendet werden all dieses Gerede, die weniger von wahrer Kenntnis zeugen, auch wenn mein Ohr es nie zu hören bekam. Welch eine Gafferei! Ein Ende damit. Ich werde wohl auch nicht zurücklaufen, selbst wenn deine Stimme verlockend meinen Namen in die Luft schreibt. Ich werde es belächeln, ganz dezent und leise.

Wieder einmal war ich hier und gehe nun fort, doch ich werde wahrscheinlich nochmal zurückkommen, jedesmal halte ich dann ein ganz anderes Gefühl in meinen Händen, oder auch die gleichen. Ganz egal wer diese Worte auch zu erhaschen vermag und schweigend lauscht, es bleibt ein kleines Geheimnis, ein Flüstern. Ich werde vielleicht stärker, mit jedem Mal, auch wenn der Weg zum Abkommen manchmal unausweichlich erscheint, es wird immerzu der Richtige bleiben, wie determiniert.

Nimm meine Hand und zeige mir eine Nacht, jene, die schöne Geschichten erzählen, die man lange nicht vergisst. Denn ich möchte doch nur atmen, ganz tief und lange. Es ist kein Leichtes mich selbst zu vergessen, in einem jeder Nacht, in der die Straßen meine Schritte eine eintönige Stimme geben. folgend einer farbenfrohen Stimme. Denn diese habe ich selbst gemalt, mit der Pinsel das sich Herzensliebe nennt.
"Sie lächelte zufrieden. Das Bild war recht unfertig, doch die Farben zeigten trotzdem viel Ausdruck und Gefühl. Es war weder schön, noch war es überhaupt hässlich. Wie eine freie Form, grenzenlos und wild aber doch an manchen Stellen in einem ruhigen, harmonischen Ton gehalten, zog es sich über die Leinwand. Sie wusste, dass es keineswegs ein perfektes Bild war, aber das wollte sie auch nicht wirklich. Mit dem Finger strich sie sanft über die geschwungene Schrift, die rechts unten das Werk zierte: ICH."




© mimiroux
_______________________________________

"To be yourself in a world that is constantly trying to make you something else is the greatest accomplishment." - Ralph Waldo Emerson



_______________________________________

20101024

Gleiche Herzen.

Es war das erste Mal, dass ich diesen mir noch unbekannten Weg entlanglief, aber das Gefühl der Nostalgie flüsterte mir anderes zu. Die kalte Luft schlug mir sanft ins Gesicht, mich frierte es jedoch kaum. Ich dachte über die alten Zeiten, und über das jetzt der vielen Momente nach. Einiges veränderte sich, manchmal mit nur einem gefühlten Augenaufschlag, schneller, als man genau hinschauen konnte. Doch mein Herz blieb gleich, das Gefühl unberührt, in dieser kleinen Welt. Würde man jemanden glauben, wenn er dem anderen sagen würde, dass man ihn vermisst, wenn er nicht mehr da wäre? Ich könnte wohl genauso mit einer Wand reden, alles, was mein Herz erdrückt, doch niemals wäre es dasselbe wie mit einer Herzensperson. Manchmal fühle ich, dass unser Lachen immer noch die gleiche ist, herzlich und ehrlich wie der gestrige Tag. Selbst wenn Umstände uns trennen mögen, ich werde immer nach deinen Worten lauschen, das Gefühl in mein Herz legen und dankbar dafür sein, deine Hand gehalten zu haben. Wenn wir uns wiedersehen, werde ich dich in meine Arme schließen, ganz fest, und den Moment in meinen Händen halten, solange ich kann. Denn unsere Wege sind noch lang, wenn auch nicht unendlich und für immer. ♥


© mimiroux

20101017

Babyshambles.


Ich streife durch die Straßen, nichts kann meine Gedanken zähmen, nicht einmal das Schweigen dieser Nacht. Welch eine Ironie! Wieder einmal laufe ich an diesem alten, teilweise verkommenen Laden vorbei. Ein Blick auf die Uhr. Ist es schon so spät? Das Lächeln von Audrey Hepburn durch das staubige Schaufenster sagt mir, die Zeit läuft noch allzu langsam voran. Ich lasse den schwarzen Melonenhut mitgehen, der einsam auf der Parkbank zurückgelassen wurde und setze meinen Spaziergang fort. Immer das gleiche, aber ich werde wohl nie wirklich davon loskommen. Don Antonio ist absolut ein Niemand dagegen, ach, wie ich diese Dinger hasse. Man hat mich ermannt, eingeredet, doch ich komme da wohl so schnell nicht los. Jetzt fängt es noch an zu regnen, na toll. Etwas zu übermütig war ich, der Schirm ist an drei gebrochenen Armen gestorben, was mir im Moment lustigerweise weniger Leid tut. Ich sollte mir vielleicht auch gleich bei der nächsten Besorgung eine Packung Courage holen, und eine Flasche Lethargie - extra stark. Als ich mich umdrehe, sehe ich wieder Audrey vor mir, mit dem gleichen, charmanten Lächeln, doch ich gehe wieder einmal daran vorbei.


© mimiroux

20101010

Kalte Blüten.

daisies hair

Ich möchte traurig sein, im Trübsal Seifenblasen hauchen, und mich unter meinen viel zu vielen Gedanken vergraben, nur diesen einen Moment lang. Unentschlossenheit, damit vor einem abzweigenden Weg stehend, es zermürbt meine triste Seele. Doch mehr als das, ist mir vollstens bewusst, dass ich es ertragen werde, ungeachtet der Intensität, dem Mühsal entgegenwirkend, denn andere Herzens Laster mögendeutlich größer sein als die meine. 


Kleine, zerbrechliche Blume, lass deinen Kopf nicht hängen, der kalte Wind beschert dir sichtlich kein besseres Ergehen. Er reißt dich sanft aber erbarmungslos mit, ist das nicht peinigend? Ich nehme dich mit, mit deinen noch vom Regen feuchten Wurzeln, meine Bedenken über das Eingreifen in die Natur schiebe ich mit meiner gut gemeinten Absicht beseite. Jetzt sind einzig wir beide hier, du und ich. Es wäre ein leichtes, dich mit allem zu verschlingen, mit Blüte und Blatt, so wehrlos, wie du es gerade bist. Aber selbst als einzelgängerisches Pfotentier, kann ich das nicht übers Herz bringen, zu sehr sehe ich in dir die unbeholfene Hilflosigkeit in mir selbst.

Erzähl es mir. In deinem zart flüsternden Ton, deine Gedanken, deine Gefühle, dein Alles. Doch schweige lieber. Denn manchmal genügt ein Blick der Augen, um zu sagen, nach was Hunderte von Worten in der Tiefe nicht zu greifen fähig sind, meine Stimme schweigt. Was ist diese Unerträglichkeit, die ich nicht zu deuten vermag, zu verfremdlichend wirkt es auf mein stummes Herz, ich frage mich: Warum? Sind es die Erinnerungen, die ich mir unbewusst in die Vergessenheit wünsche? Bin ich hierbei seltsamerweise immer die Sorte von Mensch gewesen, die solche Fragmente in eine verstaubte Kiste ganz hinten im Dachboden versteckt, und beunruhigend stillem Herzens dann davonspaziert. Oder ist es der Bruch meiner Emotion? Ich fühle mich leer.

Wie ineinander laufende Farben, ein Wechsel vom warmen Rot ins kühle Blau, so sehe ich meine ambivalente Gestalt einsam am anderen Ufer des strömenden Flusses stehen, leblos das innerste Gemüt baumeln lassend, als ob die einzige Brechung der Stille mein Atem sein. Ich passe wohl nicht ins Gemälde, in diese Idylle, sagen die Gedanken, es ist falsch, und obwohl es noch so viel Harmonie ausstrahlt, meine Augen sehen nur lieblose Dissonanz. Liegt es an mir?

Nicht im Stande vorwärts zu gehen, oder in der Lage, einen Schritt nach hinten zu machen, verweile ich im dumpfen Nichts. Ein einziger leerer Körper. Ein steiniges Herz. Nur die langsamen Atemzüge verraten mich im schwachen Dunkel. Ich habe viel zu sehr Angst dich zu zerbrechen, kleine Blume, denn meine Samtpfoten sind zu ungeschickt für diese fragile Welt. Deshalb setze ich dich behutsam ab, und schließe meine Augen, nur für diesen einen Moment lang.


© mimiroux

20101006

Ohne Zensur: Ich und mein anderes Ich.

Black and White Street Photography | The Design Work

"Um Himmels Willen! Sieh dich doch nur an. Du bist ein so schmutziger Kater, wo hast du nur wieder gesteckt! Aber ich wusste es schon, du bist ein wertloses Ding. Nichts als Schwachsinn im Köpfchen, und tapst nur blind durch die Gegend. Du solltest dich schämen, nichts als schämen. Geh mir aus meinen Augen, ich ertrage dich nicht, zu sehr hängt an dir der Geruch von Dreck. Noch dazu keine Courage! Alles machst du kaputt, was willst du noch mit deiner Liebenswürdigkeit daherkommen? Du bist grausamer, als du es bemerkst. Willst du dich jetzt etwa auch noch verstecken? Ach herrje, was stelle ich bloß mit dir an. Am Besten setze ich dich hier ab, warte ja brav! Du musst auf Frauchen hören, rühr dich nicht von der Stelle. Der Zug kommt in wenigen Minuten. Es wird auch ganz kurz sein.."


© mimiroux

20101005

Gedankenflimmern.

Untitled


...hörte vor kurzem noch beschwingte Lieder aus dem Lande Spanien, man mag wohl zu später Stunde noch gefeiert haben, diese lustigen Nachbarn, ich lehnte mich dabei still und lauschend aus dem Fenster. Nur einen einzigen, hellen Stern verfing sich in meinem Blick, die kühle Luft umschmeichelte sanft. Schnelle Schritte im Dunkeln, ein Fernsehflimmern von gegenüber, fernes Gelächter und ein singender Don Juan - ungeniert aus dem Fenster unter meinem eigenen. Meine Gedanken schwirrten. Sollte ich mir einfach einen Bart wachsen lassen, introvertiert werden und nur noch auf Englisch denken? Das ist wohl keine gute Ausrede, um morgen weniger Kaffee zu trinken als sonst. Denke ich in einem verschlossenen Gefäß? Oder stecke ich schon hilflos drin? Wie ich es genauer betrachte, Wände gibt es keine, keine Barriere, die meine Hände fesseln, so mag ich eher blind sein? Ich fühle mich jedoch eher taub, das Bild der Realität wurde von den Tränen letzter Nacht verwischt, die Farben der Träume betrachtet man als ein verlaufenes schwarzweiß Gemälde am nächsten Morgen. Hörst du mein Herz leise atmen? Oder bin ich selbst der Narr, unsichtbar für dich? Ich frage nicht weiter, ich lege mich in den Gedanken schlafen und warte. So lasse mich ein letztes Mal "Gute Nacht" flüstern, bevor ich gehe.


© mimiroux

20100930

Blütenweiß.






Lache nur über mich, treib' die Gedanken fort wie ein Fluss, ich werde nicht ruhen und fortan gegen die Strömung ziehen. Verriet ich dir nicht einst, ich würd' vielmehr lieber tanzen, statt mich ins wirre Nass zu begeben? Ein Fisch bin ich keineswegs, doch ein Vogeltier möchte ich auch nicht sein. Das leise Flüstern der weißen Blüten lockte mich geheimnisvoll, aber die stolze Pracht besaß ich nicht. Mit einem Katzensprung bin ich hinfort, der flüchtige Blick bleibt wohl immer einer. Dabei schauspiele ich doch nur ein bisschen. Vergiss jedoch mein Lächeln nicht, denn ich schenkte ihn dir herzlich und gerne, Fremder.



© mimiroux