20111002

Schallplatten über treue Herzen.


Es passiert mal, wie es kommt und geht: Man verliert sich ein klein wenig selbst in jenen kurzatmigen Momenten, wenn das Herz schon längst auf der Vermissten-Anzeige abgedruckt ist. Wie oft lächelt einem dann die Frage ins Gesicht: Was wollen wir wirklich? Was bist du eigentlich für ein Mensch? Wer bist Du? Wir wünschen uns doch hin und wieder vieles, was man jedoch tatsächlich nach Hause geliefert bekommt - ganz persönlich vom Postboten der Firma "Realität GmbH" - sind schön verpackte Tatsachen, unverständliche Erlebnisse und ein paar alte Socken.





Wenn ich meine an der Wand hängenden Schallplatten betrachte, während die Gedanken eine nachdenkliche Runde gehen, wünsche ich mir, man könnte elegant und charmant Situationen aus dem eigenem Leben mit einem neuen Lied überspielen. So musiziert das Leben aber nun mal nicht. Eine von Handeln, Denken und Erfahrungen bedruckte Spur lassen wir hinter uns, wie wenn eine Saphirnadel eines Plattenspielers musikalisch über die Rillen spaziert. Eingraviert, irreversibel und beschränkt abänderbar.



Was wir uns letztenendes in Wirklichkeit wünschen, ist in vielerlei Hinsicht das tiefherzige Glück und die eigene, bescheidene Zufriedenheit mit der Welt. Wir leben wohl nur einmal, und wir sind nur dieses eine Mal wir selbst. Zu schätzen wissen, was wir bekommen. Die unumkehrbaren Tatsachen und menschlichen Fehlern zu akzeptieren. Sich selbst am herzlichsten zu bewahren, wie auch die Menschen um dich herum. 

Wir leben, wir denken, wir handeln, wir lieben, wir vermissen, wir weinen, wir lachen, und wir wagen es nicht zu bereuen. Wir sind, wie wir nun mal sind und gehen weiter, unserem Herzen treu und mit der Liebe zur Welt in der rechten Brusttasche.


© mimiroux

20110918

Ein Herz, das laut denkt.


Ein Herz denkt eigenständiger als manch einer vielleicht vermuten mag. Die Spielerei mit vielerlei Gedanken, versunken in das Lied eines Mittagsregens, während wir uns eine verlorene Strähne aus dem Gesicht fischen. Wie viel kann man durchschauen? Sei es ein einzelnes Gefühl, eine ganze Persönlichkeit oder ein einzig gesagter Satz. Dann wollen wir alle doch nur ein bisschen aus unserer eigenen Haut heraus. Mir entrückt ein kleines Lächeln. Ich erinnere mich an ähnliche Worte eines Freundes, die mir durch den Kopf spazieren: Wir können uns die Welt noch so schön ausmalen, wie es uns beliebt. Doch wir werden sie erst verstehen, wenn wir ihre Tatsachen akzeptieren. Regentropfen am Fenster schmunzeln mich nostalgisch an, erzählen mir von Trübsal und kleinen Sehnsüchten, während die Welt dabei ein wenig ungerechter wirkt. Selbst der warme Tee schmeckt auf einmal tröstlich und mein Shirt habe ich auch schon zerschnitten. Ich wundere mich. Dinge, die wir vergessen haben, werden hin und wieder von einem Traum aufgegriffen. Entlaufen ins trübe Bewusstsein, zeigen sie wohl das, was wir im Grunde unbemerkt vermissen. Der kalte Wind schmeichelt meiner Wange. Der Regen flüstert leise in den Nachmittag hinein. Erst jetzt bemerke ich: Es ist ein Herz, das nachts laut denkt.





© mimiroux

20110912

Holly.

Breakfast at Tiffany's | via Tumblr

Wenn ich mich wieder einmal wie eine Holly aus Breakfast at Tiffany's fühle, frage ich mich, wann ein rebellierendes Herz anfängt ein wenig vernünftiger zu denken. Aber vielleicht ist es das was wir lernen müssen, wenn wir erwachsen werden, dass wir nichts auf ewig festhalten können.



© mimiroux

20110905

Tea leaf.



"Your scent is soothing like mint,
carried to me by a breeze of wind
A smile, as gentle as camomile,
show it more often once in a while.
When I catch a cold you're my lemon plus Honey
You can make the most rainy days sunny
In hot summer a tall glass of iced tea.
Exactly what I want and need.
Never ask me again which type of tea you are.
Every answer is not near but far.
Because you can never be found like one of a kind;
The tea leaf in my cup of life."

- Bach Le Duc
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Ein so herzliches und freundschaftliches Gemüt! Eine die mir Freude schenkt, ein Lächeln ganz dezent zaubert, und ein sowohl achtsames Gehör als auch mit gutherzigem Rat umgarnte Stimme besitzend, für alle trübseligen Momente. Und trotz der charmanten Sinnfreiheit und fiesen Absurditäten, ebenso des Widersinns ein solch "vampirisches Geschöpf" mit einer allzu launenhaften und für mich selbst unliebsamen Art zu ertragen, kann ich diesen Menschen wohl doch nur sehr gern ins Herz schließen!smile emoticon heart emoticon (Für einen sehr lieben Freund.)

20110904

Junge Damen und die Liebe.


Ein bewölkter Tag. Aussicht auf Regen. Mit der letzten gemütlichen Tasse heißem Kaffee, ein letzter Schluck, kein zweiter wird mir vergönnt sein. Das Jane Austen-Buch wird zur Seite geschoben, die letzte Passage rief herzlichst ein Amusement in mir hervor, ich schmunzelnd darüber:



"Denn falls es wahr sein sollte, was ein berühmter Schriftsteller behauptet hat, nämlich daß es keiner jungen Dame zusteht, sich zu verlieben, ehe der Herr ihr seine Liebe erklärt hat, dann muß es sehr unpassend sein, wenn eine junge Dame von einem Herr träumt, bevor feststeht, ob der Herr zuerst von ihr geträumt hat."


Wohl wahr, denkt nicht jedes weibliche Geschöpf mit dieser beinahe ausnahmslosen Logik, sei es mehr oder minder auch nur ein Vorwand, um ein unausgesprochenes Zugeständnis elegant zu verstecken?

Ich empfehle mich für den heutigen Nachmittag, mit der charmanten Audrey Hepburn, leckerem Chai Tea, und tiefgründigen wie sinnfreien Gespräche über Gott, die Welt und die unausstehliche Liebe 




© mimiroux

20110903

Unberührte Gefühle.


Es war das erste Mal, dass ich diesen mir noch unbekannten Weg entlanglief, aber das Gefühl der Nostalgie flüsterte mir anderes zu. Die kalte Luft schlug mir sanft ins Gesicht, mich frierte es jedoch kaum. Ich dachte über die alten Zeiten, und über das jetzt der vielen Momente nach. Einiges veränderte sich, manchmal mit nur einem gefühlten Augenaufschlag, schneller, als man genau hinschauen konnte. Doch mein Herz blieb gleich, das Gefühl unberührt, in dieser kleinen Welt. Würde man jemanden glauben, wenn er dem anderen sagen würde, dass man ihn vermisst, wenn er nicht mehr da wäre? Ich könnte wohl genauso mit einer Wand reden - über alles, was mein Herz erdrückt - doch niemals wäre es dasselbe wie mit einer Herzensperson. Manchmal fühle ich, dass unser Lachen immer noch gleich geblieben ist, herzlich und ehrlich wie der gestrige Tag. Selbst wenn Umstände uns trennen mögen, ich werde immer nach deinen Worten lauschen, das Gefühl in mein Herz legen und dankbar dafür sein, deine Hand gehalten zu haben. Wenn wir uns wiedersehen, werde ich dich in meine Arme schließen, ganz fest, und den Moment in meinen Händen halten, solange ich kann. Denn unsere Wege sind noch lang, wenn auch nicht unendlich, und für immer.




© mimiroux

20110901

Irrtum und Eleganz.



Ich dachte, ich wäre wohl geschult, mehr oder minder in den meisten Dingen, was die Liebe betrifft, aber ich irrte mich wohl (da haben wir schon das erste irrtümliche Etwas). Mehr noch, scheinbar schaffe ich es nicht, was meine eigene Lage betrifft, elegant zu denken. Selbsttherapeutisch eine völlige Kopfschüttel-Situation.



© mimiroux

Untitled






"Here's my advice. Have a little faith, and if that doesn't work, have a lot of [irony and laughter]." 



- Blair Waldorf.

20110827

Narrheit und Stärke.


Man könnte wirklich meinen, man stünde allein in dieser großen Welt, und eigentlich gleicht sie doch nur einem kleinen Dorfe. 


Anderes jedoch scheint man schneller zu vergessen, als es liebenswert ist: Es ist ganz gleichgültig, mit welcher Last du zu kämpfen hast. Sieh dich um, und du wirst staunen, welche Beschwerlichkeiten jeder einzelne von uns in seinem Herzen tragen muss. Vieles erkennt man einfach nur nicht auf den einfachen Blick. Für diese Menschen ist es gleichermaßen hart, wie für einen selbst. Womöglich wird dann erst klar, für welch kindliche Angelegenheiten man manchmal seinen Kopf verliert. 

Growing upBevor du für andere stark sein kannst, tu dir einen kleinen Gefallen: Reiß dich zusammen. Wirf deine Narrheit weg. Hör auf so lächerlich zu sein und sei stark für dich selbst. Auch wenn das heißt, Schwäche zeigen zu müssen. Denn keiner von uns ähnelt jeglicher Perfektion. Wir fühlen, wir irren, wir begehen Fehler. 

Und genau das macht uns nur menschlicher und stärker.



© mimiroux

20110821

Pure Narrheit.


indie | Tumblr




Wie schwer ist es, das zu finden, wonach man sucht? Man sagt, was man verschenkt, kann man nicht mehr leichter verlieren, als zuvor. Genauso ist es oftmals mit Worten. Einmal gesagt können sie noch lange in unserem Gedächtnis eingebrannt sein, manchmal aber verblassen sie nach der fortschreitenden Zeit. Dann liegt es meistens am eigenen Glauben, nicht mehr daran festhalten zu können. Oder am Verlust der Bedeutung, die einst in die Worte gelegt wurde. Man klammert sich an leere Silben. Pure Narrheit.




© mimiroux

20110815

Rain in the desert.




"I’m drowning in my own memory.
Like a following cloud they keep on bothering me.
And I’ll try to forget all of them.
But they stick on me like dust on a gem.
Were I just another shoulder you could borrow?
A person you could give pain and sorrow?
But sometime this love will vanish like smoke.
Burning away like the cigarettes which I smoke.
Cause waiting for us to be together ,
Is like waiting for rain in the desert."


- Bach Le Duc

20110812

Wir sind Killer.

Kiss slowly with passion♡




Was ewig existierte, war die Zeitlichkeit der Welt. 

Ich kenne den Schmerz, den wir niemals aussprachen, haftend an jene Erinnerungen von dir und mir. Wir sind Killer, getrieben vom Durst auf den Gedanken nacheinander, und doch ertrinken wir so mühelos an ihnen. Innehaltend warte ich auf die Zeit, die alle lieblichen Worte sukzessiv verspeist und tilgt, bis auf die letzte törichte Silbe.

Ich erinnere mich.


© mimiroux

20110805

Freundschaft.

Ein Freund sagte einmal spätabends zu mir: "Schön, dass es dich gibt :)" Er lächelte, und fügte noch hinzu: "Ich finde Menschen sagen des viel zu selten... bzw. nie zu Menschen die sie schätzen. Aber du sollst es wissen"

FriendsWir kennen uns inzwischen mehr als 6 Jahre. In all der Zeit, war es das erste Mal, dass er das zu mir sagte. Es kam plötzlich, ohne viel Vorwarnung, und überraschte mich. Doch dadurch wurde mir in einem Atemzug bewusst, wie unglaublich wertvoll die Zeit und Erinnerungen sind, die wir miteinander nach Jahren der Freundschaft teilten. Nicht nur mit ihm, sondern auch mit all diejenigen, die in mein Leben eingetreten sind. Und an meiner Seite blieben, bis zum heutigen Tag.

Ich bin dankbar, für so wundervolle Menschen, sie zu kennen und sie in meinem Herzen tragen zu dürfen. Ich bin dankbar, für den unglaublichen Halt und die seelische Stärke, die nur das Fundament durch ihre liebenswürdigen Worte und Taten finden. Ich bin dankbar für die unersetzbaren und unglaublich verrückten Momente, die ich mit diesen Leuten erleben durfte. Und für die Erinnerungen, die bis heute ungetrübt in meinem Gedächtnis verwahrt werden. Selbst das kleinste Schweigen, der größte Schwachsinn, die vielen Sorgen, die ungetrübte Heiterkeit - jene Fragmente sind kostbar.

Aber all das, vermag ich kaum in all den herzlichen Worten und Sätzen verpacken zu können.
Deshalb sage ich einfach:


Schön, dass es euch gibt.


Danke, Sebastian

(Für dich: http://www.youtube.com/watch?v=ocEPkkq0QWI)


© mimiroux

20110725

Grenzen.


It's just me - angeldreams - angeldreams.pinger.plManchmal ist es schwierig, selbst gesetzte Grenzen zu sehen... bis wir sie überschritten haben. Das ist der Zeitpunkt, wo wir hoffen, dass uns unsere Freunde wieder zurückholen und uns etwas geben, woran wir uns festhalten können. Und dann gibt es noch die klar gekennzeichneten Grenzen. Wenn wir es erst einmal gewagt haben diese zu überschreiten, führt manchmal kein Weg mehr zurück.



© mimiroux

20110715

Lullaby of Birdland.


"Es gibt Momente im Leben, wo du jemanden so sehr vermisst, dass du ihn aus deinen Träumen entführen möchtest, um ihn wirklich zu umarmen."

Wolken. Nichts als trübe Wolken, hängend am Himmel, ohne auch nur einem winzigen Regentropfen den F
all zu gewähren. Nicht mehr als trostlos, nicht weniger sehnsüchtig meine balancierende Gedanken, so spielerisch umwickelt wie eine Strähne um meinen kleinsten Finger.

Ein liebliches Wolkenkuckucksheim, eine Schaukel für eine trist angehauchte Seele, um Seifenblasen träumerisch steigen zu lassen. Es ist eine kleine Welt in pastellfarbenen Tönen, die Melodie eines Schlaflieds zärtliche Kleckse hinterlassend, mehr ein Schmetterling für die zarten Ohren.

Wie zärtlich bitter ein "Lullaby of Birdland" sein kann, wie ein Kuss von dir zum Abschied.

"그리워요."



© mimiroux

20110710

Schweigsam.


hair | Tumblr
Ist es nicht charmanter, Geheimnisse für sich zu wahren? Mit schweigsamen Lippen und aufmerksamen Augen, die sehen was die offensichtliche Wirklichkeit ist, wenn das Herz erblindete: Nämlich Nichts.



© mimiroux

20110706

Kein Denker wahrer Gefühle.

Yolo


Es könnte schlimmer sein. Was hat das alles zu bedeuten? Ich lebe immer noch in einer verkehrten Welt. Und ich dachte wohl, ich wüsste vieles... dabei weiß ich in Wirklichkeit gar nichts. Es scheint, als wäre es nur ein kleiner Schritt, doch das Auge ist kein Maß für wahre Distanzen. ...und der Kopf ist kein Denker für wahre Gefühle.



© mimiroux

20110705

Wilde Seele einer vereinzelten Indianerfeder.




Ein Spiegel lügt nicht - ganz dezent und schamlos versteckt es bloß das, was nur unser reines Herz erblicken kann, für all die menschlichen Augenpaare ist es ganz und gar unsichtbar. Doch werden auch hin und wieder Schloss und Mauer erschaffen, die des Wesens wahre Gestalt verbergen, die alles und jeden in einen tiefen Nebel ertränken und Verborgenes grausam schnüren. Und während ich hier verweile, in diesem überzogen bunten und schönen Irrgarten, dessen Sackgassen mir verbliebene Hoffnungsfunken enteignen, verliere ich mich immer mehr im traurigen Zweifel. Vermag doch das rote Band mir noch einen letzten Halt geben, auch wenn alle Sicht verschleiert bleibt. All das Affentheater um mich herum verstummt im sanften Ton und flüchtet scheu in den Hintergrund. Doch sollte es nicht meine Art sein, des Herzens Blick zu verschließen, und den Nebeldunst meine Lungen erstickend füllen zu lassen. Öffne die Augen, ergreife die ausgestreckte Hand und bezwinge die Mauern. Der Weg liegt vor uns, das Wesen in ihrer Aufrichtigkeit ist der Schlüssel. Wir alle besitzen die wilde Seele einer vereinzelten Indianerfeder.




© mimiroux

20110704

Schaufensterspaziergang.


Ich streife durch die Straßen, nichts kann meine Gedanken zähmen, nicht einmal das Schweigen dieser Nacht. Welch eine Ironie! Wieder einmal laufe ich an diesem alten, teilweise verkommenen Laden vorbei. Ein Blick auf die Uhr. Ist es schon so spät? Das Lächeln von Audrey Hepburn durch das staubige Schaufenster sagt mir, die Zeit läuft noch allzu langsam voran. Ich lasse den schwarzen Melonenhut mitgehen, der einsam auf der Parkbank zurückgelassen wurde und setze meinen Spaziergang fort. Immer das gleiche, aber ich werde wohl nie wirklich davon loskommen. Don Antonio ist absolut ein Niemand dagegen, ach, wie ich diese Dinger hasse. Man hat mich ermahnt, eingeredet, doch ich komme da wohl so schnell nicht los. Jetzt fängt es noch an zu regnen, na toll. Etwas zu übermütig war ich, der Schirm ist an drei gebrochenen Armen gestorben, was mir im Moment lustigerweise weniger Leid tut. Ich sollte mir vielleicht auch gleich bei der nächsten Besorgung eine Packung Courage holen, und eine Flasche Lethargie - extra stark. Als ich mich umdrehe, sehe ich wieder Audrey vor mir, mit dem gleichen, charmanten Lächeln, doch ich gehe wieder einmal daran vorbei.




© mimiroux

20110620

Wirrsal.



Es sank in mir, monoton und gemächlich, wie eine träge Sanduhr. Halbleere Zuversichten taxieren mich mit widersprüchlichen Gedanken, es ist einfach zum verfluchen. Ich spreche hier schließlich von waschechtem Wankelmut, mein werter Freund. Eigentlich weiß ich längst weniger, als dass ich dich ganz und gar nicht zu kennen bräuchte. Im Grunde genommen sind wir alle ein Niemand von vielen, viele von noch mehr, ersetzbar in unmissverständlichster Weise. Wer spricht und redet schon im gleichzeitigen Takt, verschwenderisch raubt man sich selbst all die kurzlebige Zeit durch belanglose Anbiederungen. Verbogen und gewunden brüskieren sich die Worte, es ist ein irrsinnig borniertes Gefecht. Für keine zweite Sekunde werde ich innerlich denken, hoffen, sprechen oder gedanklich abschweifen, denn ich bin keine Heldin, und war niemals eine wagemutige Figur in jenem Spiel, wo es eine Leichtigkeit ist, den Verstand galant zu verlieren. Mich fragend, wer nun der wahre Narr in dieser verirrten Geschichte ist, wird mir absehbar bewusst, das alles in meilenweiter Distanz liegt, unerreichbar für ein dummes Herz. Also steige ich lieber ins Taxi und lasse das unersättliche Wirrsal einmal hinter mir, das ich niemals wollte.





© mimiroux

20110617

Dürre Beherztheit.


An welchen lieblichen Ort sollen mich meine Füße tragen, wenn ich doch scheinbar nirgends bleiben kann? Welche unwahrhaftigen Züge streifen mein heimliches Lächeln, als die Gedanken meine Lippen hauchend in den dezenten Schlaf küssten? Ich verliere Worte, jede kleine Zuversicht entgleitet auf Zehenspitzen aus meiner Hand. Wohin geht ein mildes Lächeln, wenn du es an ein aufmerksames Herz schenkst? Es ergreift schmerzlich den Kopf, so hörte ich es. Einen ersten Schritt könnte ich noch zaghaft wagen, einen zweiten leichtfüßig gehen, aber ich merke kurzerhand wie dürr meine Beherztheit in Wirklichkeit atmet. Am nächsten Morgen der Nacht werde ich mich abermals fragen, mein Blick abschweifend, fernab von dort, wo ich nicht verweilen kann.



© mimiroux